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#1

Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 20.11.2012 08:55
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Von müßigen Gedanken
Der Schüler sagte zum Meister:
»Ich habe den größten Teil des Tages damit verbracht, über Dinge
nachzudenken, über die ich nicht nachdenken sollte, mir Dinge zu
wünschen, die ich mir nicht wünschen sollte, Pläne zu schmieden, die
ich nicht schmieden sollte.«
Der Meister lud den Schüler ein, ihn auf einen Spaziergang im Wald
hinter seinem Haus zu begleiten. Er zeigte auf eine Pflanze am
Wegrand und fragte den Schüler, was für eine Pflanze das sei.
»Belladonna«, sagte der Schüler. »Sie tötet jeden, der ihre Blätter
ißt.«
»Aber sie kann niemanden töten, der sie einfach nur ansieht«, sagte
der Meister. »Ebensowenig können verwerfliche Wünsche dem etwas
anhaben, der sich nicht von ihnen verführen läßt.«

Paulo Coelho


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.

zuletzt bearbeitet 20.11.2012 08:58 | nach oben springen

#2

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 20.11.2012 08:58
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Eigenerfahrung
Eines Nachts setzte sich der Meister mit seinen Schülern zusammen
und bat sie, ein Feuer anzuzünden.
»Der spirituelle Weg gleicht dem Feuer, das vor uns brennt«, sagte er.
»Der Mensch, der es anfachen will, muß den anfänglichen Rauch in
Kauf nehmen, der einem das Atmen erschwert und Tränen m die
Augen treibt.
Brennt das Feuer jedoch einmal, verschwindet der Rauch, und die
Flammen erleuchten alles ringsum, schenken uns Behaglichkeit und
Frieden.«
»Aber es könnte doch jemand anderes das Feuer für uns anfachen«,
meinte einer der Schüler. »Und jemand uns zeigen, wie man es
anstellt, daß kein Rauch entsteht.«
»Tut er dies, ist er ein falscher Meister. Er kann das Feuer hintragen,
wohin er will, oder es löschen, wann er will. Da er aber niemanden
gelehrt hat, wie es angezündet wird, kann es gut sein, daß alle im
Dunkeln bleiben.«

Paulo Coelho


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.

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#3

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 20.11.2012 09:08
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Das Tor durch die Unmöglichkeit
»Wenn du dich auf deinen Weg machst, wirst du an eine Tür kommen,
an der ein Satz geschrieben steht«, sagt der Meister.
»Komm zu mir zurück und sage mir, wie dieser Satz lautet.«
Eifrig macht sich der Schüler auf die Suche.
Eines Tages sieht er die Tür und kehrt zum Meister zurück.
»Am Anfang des Weges stand geschrieben: Es ist unmöglich«,
berichtet er.
»Wo stand das?« fragt der Meister. »An einer Wand oder an einer
Tür?«
»An einer Tür«, antwortet der Schüler.
»Nun, dann packe die Türklinke und öffne die Tür.«
Der Schüler gehorcht. Da der Satz an der Tür steht, bewegt er sich
mit ihr. Als die Tür ganz offen ist, kann er den Satz nicht mehr sehen -
und setzt seinen Weg fort.

Paulo Coelho


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.

zuletzt bearbeitet 20.11.2012 09:09 | nach oben springen

#4

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 20.11.2012 09:12
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Der erste Schritt auf dem spirituellen Weg
Ein Mann beschloß, einen Eremiten aufzusuchen, der in der Nähe des
Klosters Sceta lebte. Nachdem er lange durch die Wüste gewandert
war, traf er schließlich auf den Mönch.
»Ich will wissen, welches der erste Schritt ins spirituelle Leben sein
muß«, sagte er.
Der Eremit führte ihn an einen kleinen Brunnen und bat ihn, sein
Spiegelbild im Wasser zu betrachten. Der Mann gehorchte, doch der
Eremit warf kleine Steine ins Wasser, worauf sich die
Wasseroberfläche bewegte.
»Ich kann mein Gesicht nicht deutlich sehen, wenn Ihr Steine ins
Wasser werft«, sagte der Mann.
»Ebensowenig wie es einem Menschen möglich ist, sein Gesicht im
aufgewühlten Wasser zu sehen, kann er Gott suchen, wenn sein Geist
einzig und allein auf die Suche fixiert ist«, sagte der Mönch. »Dies ist
der erste Schritt.«

Paulo Coelho


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#5

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 20.11.2012 12:47
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Vom Daumenlutschen und von anderen
Lastern
Ein 32jähriger Patient suchte den Therapeuten Richard Crowley auf:
»Ich kann einfach nicht mit dem Daumenlutschen aufhören«, sagte er.
»Machen Sie sich darüber keine Sorgen«, beruhigte ihn Crowley.
»Lutschen Sie einfach jeden Tag an einem anderen Finger.«
Von da an mußte sich der Patient jedesmal, wenn er die Hand zum
Mund führte, bewußt für einen Finger entscheiden, der an diesem Tag
dran sein sollte. Die Woche war noch nicht um, da war er geheilt.
»Wenn ein Laster zur Gewohnheit wird, ist es schwierig, mit ihm
umzugehen«, meinte Richard Crowley. »Doch wenn es von uns eine
neue Haltung, neue Entscheidungen, eine Wahl verlangt, wird uns
bewußt, daß es diese Anstrengung nicht wert ist.«

Paolo Coelho


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#6

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 20.11.2012 17:05
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Das Ende der Angst
Zwei Rabbiner lassen nichts unversucht, um den Juden in Nazi-
Deutschland geistlichen Beistand zu geben. Zwei Jahre lang leben sie
in ständiger Angst, gefaßt zu werden, und zwei Jahre gelingt es ihnen,
ihren Verfolgern zu entkommen und in verschiedenen Gemeinden
Gottesdienste abzuhalten.
Am Ende werden sie doch gefangengenommen. Der erste Rabbiner
betet in einem fort, aus Angst vor dem, was ihm bevorsteht. Der
zweite schläft den ganzen Tag.
»Warum schläfst du?« fragt der ängstliche Rabbiner.
»Um bei Kräften zu bleiben. Ich weiß, daß ich sie noch brauchen
werde«, sagt der andere.
»Aber hast du denn keine Angst? Wer weiß, was sie mit uns
vorhaben.«
»Ich hatte Angst bis zu dem Augenblick, in dem wir
gefangengenommen wurden. Die Zeit der Angst ist zu Ende; jetzt
beginnt die Zeit der Hoffnung.«

Paolo Coelho


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#7

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 20.11.2012 20:13
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Aus der Reihe tanzen
Der Meister sagt:
»Heute wäre ein guter Tag, um etwas Außergewöhnliches zu tun.
Zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit auf der Straße tanzen. Einem
oder einer Unbekannten in die Augen schauen und von Liebe auf den
ersten Blick sprechen. Dem Chef gegenüber eine Idee vorbringen, mit
der wir uns vielleicht lächerlich machen, an die wir jedoch glauben.
Ein Instrument kaufen, das wir schon immer spielen wollten, aber
nicht wagten.
Die Krieger des Lichts gestehen sich solche Tage zu.
Wir können den Tag auch dazu benutzen, um alte Wunden zu lecken,
die immer noch weh tun. Wir können jemanden anrufen, den nie
wieder anzurufen wir uns geschworen haben (obwohl wir uns über
eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter riesig gefreut hätten).
Heute könnte ein Tag sein, der nicht ins Pensum paßt, das wir jeden
Morgen aufsetzen. Heute ist jeder Fehler erlaubt und verziehen.
Heute ist ein Tag der Lebensfreude.«

Paolo Coelho


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#8

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 21.11.2012 21:41
von LindaleinchenAktivste Benutzer des Monats
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lib

Da Coelho ist echt ein kluger Mann - und er schreibt wirklich phänomenal gut


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!" Und ich lachte und war froh - denn es kam schlimmer. - Otto Waalkes

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#9

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 22.11.2012 20:48
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Von mutigen Schritten oder Von ganzen und
halben Sachen
Der heilige Antonius lebte in der Wüste, als ein Jüngling zu ihm trat.
»Vater, ich habe alles, was ich besaß, verkauft und den Armen
gegeben. Nur ein paar Dinge habe ich behalten, die mir helfen sollen,
hier zu überleben. Ich bitte Euch, mir den Weg zur Erlösung zu
zeigen.«
Der heilige Antonius bat den Jüngling, die wenigen Dinge, die er
behalten hatte, ebenfalls zu verkaufen und mit dem Geld in der Stadt
Fleisch zu erstehen. Auf dem Rückweg solle er das Fleisch an seinem
Körper festbinden.
Der Jüngling gehorchte. Auf dem Rückweg wurde er von Hunden und
Falken angefallen, die sich jeder ein Stück von dem Fleisch
schnappen wollten.
»Hier bin ich wieder«, sagte der Jüngling und wies auf seinen
zerkratzten Körper und die zerfetzten Kleider.
»Wer einen neuen Schritt tut und noch ein bißchen vom alten Leben
beibehalten will, wird am Ende von der eigenen Vergangenheit
zerfetzt«, war der Kommentar des Heiligen.


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#10

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 22.11.2012 20:50
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Die Segnungen des Tages
Der Meister sagt:
»Lebe alle die Segnungen, die Gott dir heute gegeben hat.
Segnungen können nicht angespart werden. Es gibt keine Bank, in die
wir die erhaltenen Segnungen einzahlen können, um sie nach
unserem Willen aufzubrauchen. Wenn wir diese Segnungen nicht
nutzen, werden wir sie unwiederbringlich verlieren.
Gott weiß, daß wir Künstler sind, die das Leben formen. An einem Tag
gibt er uns Ton, um daraus Figuren zu schaffen, an einem anderen
Tag Pinsel und Leinwand oder eine Feder zum Schreiben. Doch wir
werden nie Ton auf Leinwand oder Federn für Skulpturen benutzen
können. Jeder Tag birgt sein eigenes Wunder. Nimm die Segnungen
an, arbeite und schaffe heute daraus dein Kunstwerk. Morgen wirst du
mehr erhalten.«


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.

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#11

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 22.11.2012 20:51
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Macht Glück angst?
Der Meister sagt:
»Viele Menschen haben Angst vorm Glücklichsein. Denn um glücklich
zu sein, müßten wir viel an uns und unseren Gewohnheiten aufgeben
oder ändern. Häufig sträuben wir uns gegen die guten Dinge, die uns
widerfahren, halten uns ihrer für unwürdig. Wir nehmen sie nicht an,
weil wir fürchten, damit in Gottes Schuld zu stehen.
Wir denken: >Es ist besser, nicht vom Kelch der Freude zu trinken,
weil wir leiden werden, wenn wir ihn einmal nicht mehr haben.<
Aus Angst, an Größe zu verlieren, wachsen wir nicht. Aus Angst davor
zu weinen, hören wir auf zu lachen.«


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.

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#12

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 09.02.2013 18:53
von bergloewinAktivste Benutzer des Monats
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Ein magischer Augenblick ist der,
in dem ein Ja oder ein Nein
unser ganzes Leben verändern kann.

Paulo Coelho

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#13

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 03.08.2014 08:28
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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| 167.486 Beiträge

Es war einmal ein junger Bauer, der wollte seine Liebste treffen. Er war ein ungeduldiger Geselle und viel zu früh gekommen. Und verstand sich schlecht aufs' Warten. Er sah nicht den Sonnenschein, nicht den Frühling und die Pracht der Blumen. Ungeduldig warf er sich unter einen Baum und haderte mit sich und der Welt. Da stand plötzlich ein graues Männlein vor ihm und sagte: Ich weiß, wo dich der Schuh drückt. Nimm diesen Knopf und nähe ihn an dein Wams. Und wenn du auf etwas wartest und dir die Zeit zu langsam geht, dann brauchst du nur den Knopf nach rechts zu drehen, und du springst über die Zeit hinweg bis dahin, wo du willst. Er nahm den Zauberknopf und drehte: und schon stand die Liebste vor ihm und lachte ihn an. Er drehte abermals: Und saß mit ihr beim Hochzeitsschmaus. Da sah er seiner jungen Frau in die Augen: Wenn wir doch schon allein wären...Wenn unser neues Haus fertig wäre...Und er drehte immer wieder. Jetzt fehlen uns noch die Kinder und drehte schnell an dem Knopf. Dann kam ihm neues in den Sinn und konnte es nicht erwarten. Und drehte, drehte, daß das Leben an ihm vorbeisprang, und ehe er sich's versah, war er ein alter Mann und lag auf dem Sterbebett. Und merkte, daß er schlecht gewirtschaftet hatte. Nun, da sein Leben verrauscht war, erkannte er, daß auch das Warten des Lebens wert ist. Und er wünschte sich die Zeit zurück.
Heinrich Spoerl (1887-1955), dt. Schriftsteller


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#14

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 20.08.2014 13:00
von bergloewinAktivste Benutzer des Monats
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drum sollte man sich in Geduld üben


Ich glaub - ich hab einen Tinnitus im Auge, ich seh lauter Pfeifen ...
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#15

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 04.07.2015 11:21
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Ein junges Paar zieht in eine neue Nachbarschaft. Am nächsten Morgen, während sie ihr Frühstück essen, sieht die junge Frau, wie ihre Nachbarin draußen ihre Wäsche aufhängt.

“Die Wäsche ist nicht sehr sauber; sie weiß nicht, wie man richtig wäscht. Vielleicht braucht sie ein besseres Waschmittel.”

Ihr Mann sieht zu und bleibt ruhig. Jedes Mal, wenn ihre Nachbarin ihre Wäsche auf hängt, um sie zu trocknen, gibt die junge Frau die gleichen Kommentare von sich.

Einen Monat später ist die Frau überrascht, als sie eine schöne, saubere Wäsche auf der Leine zu sehen bekommt und sagt zu ihrem Mann:
“Schau mal, sie hat endlich gelernt, wie man richtig wäscht. Ich frage mich, wer ihr das beigebracht hat? ”

Der Mann erwidert: “Ich stand heute Morgen früh auf und habe unsere Fenster geputzt.”

Und so verhält es sich auch mit dem Leben … Was wir sehen, wenn wir andere beobachten, hängt davon ab, wie klar unsere Fensterscheiben sind, durch die wir sehen.


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.
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#16

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 04.07.2015 12:05
von LindaleinchenAktivste Benutzer des Monats
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das stimmt total lib super Geschichte


Was andere Menschen von dir denken ist nicht dein Problem.

Paulo Coelho
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#17

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 04.07.2015 12:13
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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| 167.486 Beiträge

fand ich auch, cooles Ende


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.
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#18

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 04.07.2015 13:54
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Ganz aufgeregt kam ein Mann zu einem Weisen gerannt: „Ich muss dir etwas erzählen. Dein Freund …“

Der Weise unterbrach ihn: „Halt!“ Der Mann war überrascht.

„Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“, fragte der Weise.

„Drei Siebe?“, wiederholte der Mann verwundert.

„Richtig, drei Siebe! Lass uns prüfen, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe passt. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist das wahr, was du mir erzählen willst?“

„Ich habe es selber erzählt bekommen und …“

„Na gut. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Das zweite Sieb ist das der Güte. Wenn es nicht sicher wahr ist, was du mir erzählen möchtest, ist es wenigstens gut?“

Zögernd antwortete der Mann: „Nein, im Gegenteil …“

„Dann”, unterbrach ihn der Weise, „lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden. Ist es wichtig und notwendig, es mir zu erzählen, was dich so aufregt?“

“Wichtig ist es nicht und notwendig auch nicht unbedingt.“

„Also mein Freund“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es lieber sein und belaste dich und mich nicht damit.”

(Verfasser unbekannt)


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.
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#19

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 06.07.2015 08:05
von LindaleinchenAktivste Benutzer des Monats
3. Platz
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lib - stimmt wirklich - man könnte sich soviel Zeit und Kraft sparen


Was andere Menschen von dir denken ist nicht dein Problem.

Paulo Coelho
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#20

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 06.07.2015 08:11
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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| 167.486 Beiträge

Der eine mehr, der andre weniger


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.
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#21

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 06.07.2015 08:11
von LindaleinchenAktivste Benutzer des Monats
3. Platz
| 170.393 Beiträge

ja stimmt auch


Was andere Menschen von dir denken ist nicht dein Problem.

Paulo Coelho
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#22

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 06.07.2015 09:16
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Ein junger Mann stand eines Tages auf einem Platz in der Stadt und erklärte, dass er das schönste Herz der ganzen Stadt habe.
Viele Menschen versammelten sich um ihn und alle bewunderten sein Herz, denn es war perfekt. Es hatte keinen Fleck und keine Fehler. Alle versammelten Menschen gaben ihm recht. Es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten.

Der junge Mann war sehr stolz und prahlte laut mit seinem schönen Herz. Plötzlich tauchte ein alter Mann auf und sagte:

„Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön wie meines.“

Die versammelte Menge und der junge Mann schauten auf das Herz des alten Mannes. Dieses schlug kräftig, aber es war voller Narben. Es hatte Stellen, wo Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren. Aber sie passten nicht richtig und es gab einige ausgefranste Ecken. An einigen Stellen waren tiefe Furchen und es fehlten sogar ganze Teile.

Die Leute starrten ihn an:

„Wie kannst du behaupten, dein Herz sei schöner?“

Der junge Mann schaute auf das Herz des alten Mannes, sah dessen Zustand und begann laut zu lachen:
„Du musst scherzen, dein Herz mit meinem zu vergleichen. Mein Herz ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen.“

„Ja“, sagte der alte Mann, „deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit dir tauschen.”

Die Menschen lauschten gespannt, als der Alte weitersprach:

„Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben habe. Ich reiße ein Stück meines Herzens heraus und reiche es meinen Mitmenschen und oft geben sie mir dann ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt. Aber weil die Stücke nicht genau gleich sind, habe ich einige Kanten, die ich sehr schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.

Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der Andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen.

Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen schmerzhaft sind, bleiben sie offen und auch sie erinnern mich an die Liebe, die ich für diese Menschen empfinde. Ich hoffe, dass sie eines Tages zurückkehren und den Platz ausfüllen. Erkennst du jetzt die wahre Schönheit?“

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und riss ein Stück heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an.

Der alte Mann nahm das Angebot an und setzte es in sein Herz. Dann nahm er ein Stück seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die Wunde im Herzen des jungen Mannes. Es passte nicht perfekt, da es einige ausgefranste Ränder hatte.
Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor, denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen. Sie umarmten sich herzlich und Seite an Seite gingen sie weg – und ließen die betroffene schweigende Menge zurück.

Manuela Ridder-Hillenbrand


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#23

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 07.07.2015 07:54
von LindaleinchenAktivste Benutzer des Monats
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Sehr schöne GEschichte lib und so wahr...


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Paulo Coelho
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#24

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 07.07.2015 16:03
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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In der Nähe von Tokio lebte ein mittlerweile alt gewordener großer Samurai, der sich dazu entschied jungen Menschen Zen-Buddhismus zu lehren.

Eines Nachmittags suchte ihn ein Krieger heim – der für seine Skrupellosigkeit bekannt war. Der junge und ungeduldige Krieger hatte noch nie einen Kampf verloren. Er hörte von dem Ruf des Samurai und war gekommen, um diesen zu besiegen und seinen eigenen Ruhm zu steigern.

Alle Schüler waren gegen die Idee, doch der alte Mann nahm die Herausforderung an.

Alle versammelten sich auf dem Stadtplatz, als der junge Mann damit begann den alten Meister zu beleidigen. Er warf ein paar Felsbrocken in seine Richtung, spuckte in sein Gesicht, schrie jede Beleidigung aus, die er kannte – er beleidigte sogar seine Vorfahren.

Fünf Stunden lang tat er alles, um ihn zu provozieren, doch der alte Mann blieb unberührt. Am späten Nachmittag, fühlte sich der ungestüme Krieger erschöpft und gedemütigt, so dass er wieder ging.

Enttäuscht von der Tatsache, dass der Meister so viele Beleidigungen und Provokationen über sich ergehen ließ, fragten ihn die Schüler:
– “Wie konntet Ihr solch eine Entwürdigung ertragen? Warum habt Ihr nicht Euer Schwert benutzt, auch wenn Ihr wusstet, dass Ihr den Kampf eventuell verlieren würdet, habt Ihr vor uns allen Eure Feigheit zur Schau gestellt?”

– “Wenn jemand zu euch mit einem Geschenk kommt, und ihr akzeptiert es nicht, wem gehört das Geschenk dann?”, fragte der Samurai.
– “Demjenigen, welcher es verschenken wollte”, antwortete einer seiner Schüler.

– “Das Gleiche gilt für Neid, Zorn und Beleidigungen”, sagte der Meister.
– “Wenn sie nicht beachtet werden, werden sie weiterhin zu denen gehören, die sie tragen.”


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#25

RE: Kurzgeschichten

in Gefühle, Geschichten und Gedichte 16.11.2015 10:17
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
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Ein Mann träumte: Er war gestorben und befand sich in einem herrlichen Land voller Bäume, bunter Blumen und anmutiger Bäche. Er ließ sich nieder und ruhte sich aus. Dann überfiel ihn die Langeweile, und er rief: "Ist da jemand?" Es erschien eine weiß-gekleidete, freundliche Gestalt und fragte ihn, ob er einen Wunsch habe. "Ich möchte etwas essen", sprach der Mann. "Was bitte?" Der Hungrige stellte ein köstliches Menü zusammen; Sekunden später stand es vor ihm. Er speiste und schlenderte weiter und freute sich an der Pracht der Gefilde. "He!" rief er wieder. Und schon stand der Dienstbare vor ihm. "Golf würde ich gern spielen." "Bitte", sprach der Unbekannte, faßte den Besucher am Arm und führte ihn um eine Waldspitze, an den Rand eines bezaubernden Feldes. Schläger und Bälle standen bereit. Der Mann spielte und aß wieder und wanderte und erhielt alles, was er sich wünschte. Eines Tages war alle Freude aus ihm gewichen. Er zitierte den Freundlichen herbei und klagte: "Ich habe es satt, das Leben hier. Gib mir was zu tun!" "Bedauere", erwiderte der Weiße. "Arbeit - das ist das einzige, was ich dir nicht bieten kann." "Dann pfeife ich auf den Laden hier", schrie der Mann. "Das ist ja die reinste Hölle!" Der andere lächelte: "Was haben Sie denn geglaubt, wo Sie sind?"
unbekannt


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