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#1

Brittany Maynard und ihr Kampf auf das Recht zum selbstbestimmten Sterben

in Speakers Corner 04.11.2014 12:07
von LindaleinchenAktivste Benutzer des Monats
3. Platz
| 155.895 Beiträge

Ich denke, so ziemlich jeder hat vom Freitod der Brittany Maynard gehört, und ihrem Kampf um dieses Recht, eben ihren Todeszeitpunkt selbst zu wählen.

Mich würde eure Meinung dazu interessieren.

Ich werde auch kurz meine eigene Meinung einfließen lassen.

Sterbehilfe ist ein extrem kompliziertes Thema, aber gerade im Fall von der todkranken Brittany Maynard absolut nachvollziehbar. Was hätte sie noch erwartet? Weiteres Siechtum? Irgendwann hätte sie ihr Denken und ihre Entscheidungsfähigkeit verloren und hätte dahin vegetieren müssen.

Ich finde, diese Frau hat das Beste aus ihrer Situation gemacht. Sie hat so gut und so lange es noch irgendwie möglich war, ihr Leben genossen, ist auf Reisen gegangen und hat sich noch alles angesehen, was sie unbedingt im Leben sehen wollte.

Und als sie jetzt bemerkte, dass die Krankheit sie bald allem berauben würde, was sie ausmacht, hat sie für sich und ihre Angehörigen die beste Entscheidung getroffen.

Sterbehilfe sollte erlaubt werden, natürlich nur unter strengen Voraussetzungen - Sterbehilfe z. B. einer psychisch kranken Person zu erlauben, wäre ja z. B. nicht Sinn der Sache.

...


Was andere Menschen von dir denken ist nicht dein Problem.

Paulo Coelho

zuletzt bearbeitet 04.11.2014 12:08 | nach oben springen

#2

RE: Brittany Maynard und ihr Kampf auf das Recht zum selbstbestimmten Sterben

in Speakers Corner 04.11.2014 23:12
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
1. Platz
| 152.131 Beiträge

Ich hab den speziellen Fall jetzt nicht so genau verfolgt, aber ich bin schon auch der Meinung, dass es jedem selbst überlassen sein sollte, wie er sein Leben gestaltet, da zum Leben auch der Tod gehört eben dann auch diesen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass dies eine sehr persönliche Entscheidung ist und man deshalb versuchen sollte, nicht andre Personen da mit reinzuziehen, die sich dadurch eventuell auch strafbar machen würden. Auf jeden Fall hat niemand, auch und grade die Kirche, das Recht jemand deswegen zu verurteilen. Man muss solche Entscheidungen nicht verstehen, aber man sollte sie zumindest respektieren.
Eine Gefahr seh ich darin, dass sich möglicherweise schwerstkranke Menschen unter Druck gesetzt fühlen könnten, ihrem Leben ein Ende zu setzen um niemanden zur Last zu fallen. Das wäre sicher nicht der richtige Weg.


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.

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#3

RE: Brittany Maynard und ihr Kampf auf das Recht zum selbstbestimmten Sterben

in Speakers Corner 05.11.2014 08:09
von LindaleinchenAktivste Benutzer des Monats
3. Platz
| 155.895 Beiträge

Deinen letzten Satz finde ich interessant lib, so habe ich das eigentlich noch nie gesehen, aber es könnte tatsächlich sein, dass sich Sterbende dazu genötigt fühlen könnten, um nicht als egoistisch zu erscheinen, sich umzubringen.

Das soll es natürlich nicht sein! Es gibt viele Schwerkranke, die immer noch Sinn und sogar Spaß an ihrem Leben finden. Ich kenne aus einem Forum in dem ich immer unterwegs bin einen Mann, der durch MS im Laufe von ca. 8 Jahren vollständig gelähmt wurde, und heute eigentlich nichts mehr anderes kann, als mit den Augen zu zwinkern.

Doch er liebt sein Leben! Er verständigt sich mittels Computer und Augensteuerung, und hat nach ein paar Jahren im Pflegeheim nun den Entschluß gefasst Assistenzen zu beantragen, damit er wieder in eine eigene Wochnung kann usw. Er hat mit seinem Leben noch lange nicht abgeschlossen...

Man kann niemals in jemanden hinein schauen.

Ich habe mich über die Krankheit, die Brittany Maynard hatte - schlau gemacht, bzw. hab ich schon vor Jahren mal aus ich weiß nicht welchen Gründen in einem Forum für Menschen mit Glioblastomen gestöbert - so heißt dieser vernichtende Tumor.

Glioblastome sind unter anderem einer der bösartigsten Krebsformen die es gibt. Selbst wenn man operieren kann, was manchmal der Fall ist, und man zumindest optisch glaubt alles erfasst zu haben, hat dieser Tumor immer schon weitere Tumorzellen im Gewebe verteilt. Heilung gibt es keine mehr. Er kommt schnell, wächst wahnsinnig schnell, und kann ein Leben innerhalb kürzester Zeit beenden - und zwar auf sehr qualvolle Weise. Er verändert Menschen in ihrer Persönlichkeit, und raubt ihnen alle ihre Fähigkeiten.

Von daher ist diese Entscheidung für mich total und in allen Bereichen nachvollziehbar..., vorallem da es bei Brittany ja nicht so war, dass sie kampflos aufgegeben hatte. Zuerst wurde sie behandelt mit allem drum und dran, nach der Diagnose im Jänner 2014, aber im April kam dann der Rückfall, der dann auch zeigte, dass dieser Tumor sich wahnsinnig schnell in ihrem Hirn ausbreitete. Was hat man da noch für Möglichkeiten? ... eigentlich nur diese eine, oder eben noch mehr Qualen erleiden, bis zum bitteren Ende...


Was andere Menschen von dir denken ist nicht dein Problem.

Paulo Coelho

zuletzt bearbeitet 05.11.2014 08:14 | nach oben springen

#4

RE: Brittany Maynard und ihr Kampf auf das Recht zum selbstbestimmten Sterben

in Speakers Corner 06.11.2014 10:08
von LindaleinchenAktivste Benutzer des Monats
3. Platz
| 155.895 Beiträge

Jetzt hab ich im Zuge der Sterbehilfe-Diskussion in einem Forum einen Beitrag gelesen, da ist mir echt die Galle hochgegangen.

Da schreibt jemand total aufgebracht, dass nur GOTT zu bestimmen hat, wann man stirbt. Da hat der gute Mensch aber einen Aspekt völlig außen vor gelassen, nämlich dass ein unbehandeltes Glio sehr viel schneller zum Tod führen würde. Mit OP und Bestrahlung und Chemo kommt man im Durchschintt (kann hier natürlich nicht auf einen individuellen Fall eingehen, das kann man im individuellen Fall ja nie sagen) auf eine Lebenserwartung von ca. einem Jahr. Unbehandelt im Durchschnitt auf ein halbes Jahr.

Das halbe verlängerte Durschnittsjahr wird also nicht von Gott, sondern vom Menschen künstlich verlängert - und führt meistens eher dazu, dass das Leiden verlängert wird, und nicht das Leben, denn teilweise kann man das wirklich nicht mehr als Leben bezeichnen.

Man sollte also in Bezug auf Gott und sowas vielleicht nicht zu vorschnell urteilen.

Da ich das dort nicht sagen konnte, sage ich es hier


Was andere Menschen von dir denken ist nicht dein Problem.

Paulo Coelho
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#5

RE: Brittany Maynard und ihr Kampf auf das Recht zum selbstbestimmten Sterben

in Speakers Corner 06.11.2014 10:31
von LindaleinchenAktivste Benutzer des Monats
3. Platz
| 155.895 Beiträge

http://www.welt.de/vermischtes/article13...ny-Maynard.html

ich würde hier eher den "Würdenträger" verurteilen und denke, er hat weder das Recht, noch die Befugnis in so einem Fall solche Statements abzugeben...


Was andere Menschen von dir denken ist nicht dein Problem.

Paulo Coelho
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#6

RE: Brittany Maynard und ihr Kampf auf das Recht zum selbstbestimmten Sterben

in Speakers Corner 06.11.2014 21:46
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
1. Platz
| 152.131 Beiträge

Brittany Maynard hat sehr bewusst den Weg in die Öffentlichkeit gesucht, eben um eine Diskussion über Sterbehilfe zu entfachen, da darf man sich dann über kontroverse Beiträge auch nicht wundern. Letztlich bleibt es ja ohnehin immer eine persönliche Entscheidung.


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.

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#7

RE: Brittany Maynard und ihr Kampf auf das Recht zum selbstbestimmten Sterben

in Speakers Corner 09.11.2014 10:00
von fuechsin • 4.521 Beiträge

Hallo zusammen!

Ich bin gerade auf diesen Beitrag gestoßen und finde das Thema echt sehr interessant

Ganz ehrlich gestanden, an mir ist der Fall "Brittany Maynard" völlig vorübergegangen, darum habe ich den, von Linda geposteten, Artikel mal kurz überflogen. Warum ich den nur überflogen habe? Ganz einfach, da mir die Galle schon nach dem zweitem Satz hochgekommen ist. Allein wenn ich schon lese, dass sich der Vatikan da einmischt, bekomme ich die Krise!

Was bitteschön geht das die Kirche an? Ist es nicht unser aller gottgegebenes Recht (und dafür brauche ich wirklich keine Kirche um an Gott zu glauben) über unser Leben selbst zu bestimmen? Aber meine Meinung zum Thema Kirche würde hier den Rahmen sprengen... Nur kurz dazu, ich finde die Stilblüte, dich ich mal gepostet habe, dazu sehr passend:

"Mit dem da oben komme ich schon klar und habe meinen Frieden gemacht, nur allein mit dem Bodenpersonal hapert es noch" :-)

Nun aber meine Meinung zum Thema Sterbehilfe:

Ich bin auch eine Befürworterin. Ich habe selbst in meiner Familie schon die Erfahrung gemacht, wie es ist, wenn ein Mensch nur mehr vor sich "hinvegetiert". Ich denke da vor allem an alte Menschen, die in Pflegeheimen untergebracht sind, nicht mehr aufstehen können und kaum noch bei Bewusstsein sind und von denen man weiß, dass sie alles andere als so ein Ende haben wollten... Ist es da nicht menschlicher ihren letzten Wunsch zu erfüllen und sie von ihrem Leiden zu erlösen?

Natürlich sind Krankheiten und altersbedingtes Leiden in diesem Zusammenhang unter einem besonderen Aspekt zu betrachten, aber wissen wir denn nicht alle, wie schnell es "vorbei" sein kann?

Ich denke da an einen Bekannten, der einen Herzinfarkt hatte und sein Hirn solange ohne Sauerstoff war, dass er nicht mehr zu Bewusstsein kam. Er war ein sehr geselliger Mensch und hätte so ein Ende sicher nicht gewollt. Für ihn und seine Familie war diese Zeit des Wartens die Schlimmste und am nervenaufreibendsten....


Mein Fazit ist daher, dass Sterbehilfe, natürlich unter strengen und genau beaufsichtigten Richtlinien, erlaubt werden sollte.

Wenn ich mir jetzt meine eigene Sterblichkeit vor Augen führe, kann ich nur sagen, dass ich das "Dahinsiechen" auf gar keinen Fall wollen würde, wenn es keinen anderen Ausweg mehr geben sollte...

In diesem Sinne

LG Füchsin


Aller Unfug ist schwer (Otto)
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#8

RE: Brittany Maynard und ihr Kampf auf das Recht zum selbstbestimmten Sterben

in Speakers Corner 09.11.2014 22:18
von libero9295Aktivste Benutzer des Monats
1. Platz
| 152.131 Beiträge

für alle Interessierten, es gibt einen neuen Beitrag zum Thema Sterbehilfe inklusive Umfrage


Nur wer über sich selbst lachen kann, hat das Recht über andere zu lachen.

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#9

RE: Brittany Maynard und ihr Kampf auf das Recht zum selbstbestimmten Sterben

in Speakers Corner 11.11.2014 02:18
von Biesterl • 120 Beiträge

ich habe den beitrag verfolgt, wobei ich für mich - subjektiv - rein persönlich den gedanken hatte, wie schrecklich muss so ein countdown für die kinder sein. heute war ein schöner tag mit mama, aaaaaaaaaaber, wieder einer weniger. ich halte so ein ultimatum einfach nicht für gut. dennoch, wenn sie ihre zeitlich begrenzten tage noch in vollen zügen genießen konnte, hut ab ...

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